KÖHLEROFEN |
Projektbeschrieb |
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Projektziel: Entwicklung eines mobilen Köhlerofens als Hilfestellung für das ASS-Projekt „Biochar“ (siehe dazu sep. Projektbeschrieb). Das Projekt „Biochar“ beinhaltet die Anreicherung des organischen Gehalts von Böden durch Zufügen von Biokohle. Damit können bei armen Kleinbauern langfristig Erntesteigerungen erzielt werden. Das für das Projekt „Biochar“ benötigte Biokohlepulver kann entweder wie bisher als Abfallprodukt bei den Köhlereien eingekauft oder in Zukunft auch mit eigenem Köhlerofen direkt aus organischen Materialien beim Kleinbauern (Mais- Soja-, Baumwollstauden, Reisspelzen, Blätter, Mist, Savannen- Elefantengras, etc.) erzeugt werden. Wo erhältlich, können auch industrielle Abfälle wie Kakaoschalen, Reisspelzen, Sägemehl etc. verkohlt werden. Der mobile Köhlerofen wird von ASS zusammen mit einem Hafner (Ralph Vollenweider) entwickelt, da auf dem Markt weltweit keine solchen Öfen angeboten werden.
Mobiler doppelstöckiger ASS-Köhlerofen, getestet im Juni 2010
Als Geldgeber für die Köhlerofenentwicklung konnte die Paul Schiller Stiftung mit Sitz in Küsnacht gewonnen werden. Da es sich um eine Neuentwicklung handelt, konnte das Institut für Umwelt und Verfahrenstechnik an der Hochschule für Technik in Rapperswil (UMTEC, Prof. R. Bunge) für eine Startberatung gewonnen werden. Zusätzlich stellte sich der Leiter der Fachtechnischen Beratungsstelle des VHP (Verein der Hafner und Plattenlegergeschäfte) bei der Ofenentwicklung mit Rat und Tat zur Verfügung. Als Folge dieser Grundsatzdiskussion wurde beschlossen, einen sogenannten 2-Kammer Ofen aus Stahl zu bauen. In diesem Ofen finden die zwei Prozesse „Hitzerzeugung“ und „Verkohlung“ in zwei verschiedenen Kammertypen, nämlich dem Ofen und den die Biomasse enthaltenden Verschwelrohren (ohne Sauerstoffzutritt) statt.
Die Ofenentwicklung fand in zwei Phasen zwischen 2008 und 2010 statt. Die vorgegebene Benchmark, d.h. die Erzeugung von min. 120 kg Biokohle pro Arbeitstag (zu 6-8 Std.), bei einem Einsatz von 2 Arbeitern und 2 Ofen, wurde im Juni 2010 erstmals erfüllt. Ob und wann in Ghana erste mobile Köhlerofen gebaut werden, ist noch nicht beschlossen.
Felix Jenny
01.04.2011 |
