|
Ort
Megogo, Upper East Region, ca. 7 km sued-oestlich des Distrikt Hauptortes Bawku, an der Strasse von Bawku nach Garu.
Einwohnerzahl
Im Projektgebiet wohnen ca. 4200 Personen.
Bildung
Ca. 40% der Kinder besuchen die Schule. Diese befindet sich in einem Nachbardorf.
Inhalt des Projektes
Dörfliche Wasserversorgung zur Förderung von Grundwasser als Trinkwasser und für den Gartenbau (Tropfbewässerung für eine sparsame Wassernutzung).

Projektziele
Verbesserung der Lebensqualität, der Gesundheit und der ökonomischen Situation der Bevölkerung.
Die Verfügbarkeit von Wasser ist eine Grundvoraussetzung für weitere Entwicklungsschritte.
Durch die Verfügbarkeit von gutem Trinkwasser kann die Gesundheit der Bevölkerung verbessert werden. Durch die Bewässerung wird der Anbau von Nahrungsmittel ermöglicht. Dies trägt einerseits zur Verbesserung der Ernährungssituation bei, besonders während der langen Trockenzeit. Andererseits bietet der Anbau von Nahrungsmitteln Arbeits- und Einkommensmöglichkeiten durch die Produktion und den Verkauf von Marktfrüchten.
Projektträger
Abokobi Society Schweiz in Partnerschaft mit lokalen NGO’s und Distrikt Regierung..
Stand des Projektes
Die Vorbereitungen begannen 2010 mit Versuchsbohrungen, um die Ergiebigkeit des Wasserträgers und die Wasserqualität zu testen.
2011 wurde eine Wasserpumpe eingebaut, die vorläufig von einem Dieselgenerator betrieben wird (die bevorzugte Solaranlage überstieg die Finanzierungsmöglichkeiten).
Das Wasser wird einerseits in einen zentral gelegenen Hochtank gepumpt und von dort eimerweise von der Bevölkerung als Trinkwasser bezogen und andererseits in ein Tropfbewässerungssystem eingespeist.
Mit der Tropfbewässerung wird eine Fläche von rund 0.80 Hektaren (8000m2) bewässert, auf welcher Gemüse und Getreide (Hirse) angebaut wird.
Gegenwärtig werden Zwiebelsetzlinge gezogen, die ca. Anfang November 2011 ausgepflanzt und dank der Tropfbewässerung während der Trockenzeit produziert werden können.
Im Moment sind zwei weitere Bohrlöcher im Bau, um die Versorgung mit Trink- und Bewässerungswasser abzusichern.
Bodenanalysen
Der Boden auf dem Anbaugelände ist sehr arm an organischer Substanz. Um einen nachhaltige Produktion zu sichern ist vorgesehen, der Anbaufläche regelmässig Kompost und Mist zuzuführen und die eingebrachten Nährstoffe mit Holzkohle (Biochar) im Boden zu stabilisieren.
Lokale Initiative und Unterstützung
Das Projekt stimmt mit der offiziellen Entwicklungsstrategie von Ghana überein, die bei der Verbesserung der Gesundheits-, Ernährungs-, Arbeits- und Einkommenssituation Schwerpunkte setzt.
Der Anstoss für das Projekt kam von der lokalen Bevölkerung, die bei der Planung entsprechend einbezogen wurde und die Umsetzung durch Eigenleistungen in Form von Gemeinschaftsarbeit unterstützt hat.
Die District Assembly (lokale Verwaltung) und auch das Ministerium für Landwirtschaft sind an diesem Projekt interessiert und haben ihre Unterstützung, u.a. durch landwirtschaftliche Beratung, zugesagt.
Hintergrund
Die sahelnahen Regionen im Norden Ghanas sind periodisch immer wieder langanhaltender Dürre ausgesetzt. Die ohnehin prekäre Nahrungsmittelversorgung schlägt für die schwächsten und ärmsten Bevölkerungsteile in den Monaten vor der nächsten Ernte in akuten Hunger um.
Geringe und unregelmässige Niederschlagsmengen (Ergebnis der globalen Erwärmung), ausgelaugte, überbenutzte Böden sowie äusserst geringe Einkommen des Grossteils der ländlichen Bevölkerung sind hemmende Faktoren einer ausreichenden Nahrungsmittelversorgung. Untersuchungen ergaben, dass die Kleinbauern mit Hilfe von Bewässerungstechniken auch während der langen Trockenzeit von 5 Monaten Nahrungsmittel produzieren können und eine verbesserte gemeinsame Bewirtschaftung von Saatgut zu erzielen.
1999 und 1991 (Saheldürre) verteilte das Ghana Rotkreuz in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Rot Kreuz und der Föderation Nahrungsmittel an Hungerleidende.
Mit der Absicht das Abhängigkeitssyndrom bei den empfangenen Bevölkerungsgruppen zu vermeiden, setzten die lokalen Rotkreuzgruppe mit der Dorfgemeinschaft ein Dialogprozess in Gang.
Die Gespräche mit der Dorfgemeinschaft resultierte im Wunsch der Bevölkerung, auch während der Trockenperiode mit Hilfe von Bewässerungstechniken Nahrungsmittel zu produzieren.
Nachdem die Irrigation Development Agency die Projektierungsvorschläge gut geheissen wurden, finanzierte das SRK den Bau des Dammes.
Die Bevölkerung hat genug Erfahrungen mit dem Dammprojekt gemacht hat und selbstständig das Management (Unterhalt des Dammes, Verteilung der bewässerten Landfläche) übernommen hat. Weiterhin braucht die Bevölkerung Unterstützung durch das Rotkreuz, IDA und dem lokalen Landwirtschaftsministerium.
Getragen von dieser Erfahrung hat ASS entschieden ein Damprojekt in Megogo im östlichen Teil der Upper East Region anzugehen.
Situation in der Upper East / Region
Die Upper East Region und Bawku Distrikt registrierten gute Regen bis Mitte Oktober 2008, was dem Regenfall dieser Region entspricht. (Bolgatanga verzeichnete 207mm im August und 211mm im September 2008).
Burkina Faso musste Mitte August ihren grossen Damm wegen Bruchgefahr öffnen, was zu Überflutungen entlang der Weissen Volta führte. Bauern, die nicht auf die Anweisungen und Verbote (Pflanzverbot entlang von Flussläufen) des Staates hörten und trotzdem entlang den Flüssen anpflanzten, verloren auch dieses Jahr ihre Pflanzungen.
Für viele war der August die Erlösung vom Hunger, mit der Ernte des „Early Millet“. Hirse, Guinea Corn, Bohnen und zum Teil auch Mais ergeben eine gute Ernte. Doch um Bawku herum war zur Anbauzeit Kriegszustand. Was die Bauern verhinderte auf die Felder zu gehen. Bawku wird auf Hilfe von Aussen (Nahrungsmittelverteilung) angewiesen sein um die kommende Trockenzeit zu überleben.
Informationen über Megogo
In Megogo leben ca. 4000 Menschen. Megogo liegt östlich, süd-östlich von Bawku. Megogo ist erreichbar über die Strasse Bawku – Misiga – Garu. Megogo ist sehr dicht besiedelt, die Böden eignen sich gut zum Wasserstau und für Bewässerung. In der weiteren Umgebung gibt es einige kleinere Staubecken zur Bewässerung. Die Bewohner von Megogo sind also mit der Methode vom Anbau mit Bewässern vertraut. Die Abwanderung der Jugend kann durch solche Projekt reduziert werden, da Arbeit geboten wird.
Megogo hat einen Ghana Red Cross Society (GRCS) Mothers Club, welcher die Initiative zum Bau eines Dammes gegeben hat. Bereits 1992 untersuchte IDA die Möglichkeit eines Dammbaues und berichtete von der positiven Einstellung der Bevölkerung.
Der District GRCS Koordinator ist im regelmässigen Kontakt mit dem Dorf. In zwei Besuchen hat er die Leute mobilisiert und motiviert zur Partizipation beim Bau des Dammes (Freiwilligen Arbeit).
Die Bevölkerung wurde mobilisiert und auch ein System für Spenden (Contributions) wurde etabliert. Ein Hautthema war mit Bau eines Dammes verbundene Landrechte die angesprochen wurde. Man nahm auch Kontakt mit dem Ältestenrat und den Landbesitzern auf. Das Problem Land ist nun geklärt und die Landbesitzer sind mit dem Bau und somit mit dem Verlust ihres Bodens einverstanden.
Der Bawku District Chief Executive DCE (politische Behörde/ Verwaltung) hat sich bereit erklärt zu helfen, doch müsste zuerst ein Kostenvoranschlag da sein, bevor er Stellung dazu nehmen könne. Man ist auch in Kontakt mit den lokalen Agric Ministry, welche sich auch bereit erklärt hatten in ihrem Bereich zu helfen.
Zusammenarbeit mit anderen Institutionen.
Franz Zemp hat Kontakt mit Plan Ghana aufgenommen für Dorfgemeinschaftsentwicklung. Plan Ghana hat in der Upper West mehrere Dämme gebaut und hat somit Erfahrung.
Abklärungsbericht GIDA (Ghana Irrigation Development Authority)
GIDA wird eine Abklärungsstudie (Survey und Design und Kosten eines Dammes) ausführen und danach den Bericht herausgeben.
Koordination Nord:
Solange die Vorarbeiten laufen, übernimmt Franz Zemp die Koordination, später wird er die Aufgabe des Controlling übernehmen.
Walter Riklin
|