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JATROPHA

Projektbeschrieb

Projektziel: Hilfestellung an initiative und willige Kleinbauern oder Dorfgemein­schaften zum Anlegen einer Jatropha–Hecke. Jatropha heisst zu Deutsch Purgier­nuss. Sie stammt usrsprünglich aus Südamerika. Der Busch wächst enorm rasch und wird bis zu 6 m hoch. Er wächst auf kargen, ausgelaugten Böden und übersteht Trockenzeiten von bis zu 8 Monaten Dauer. Dies ist möglich dank seiner Fähigkeit, das Blatt­kleid ab Beginn der Trockenzeit analog unserer Laubbäume fallen zu lassen. Zwei Jahre nach der Pflanzung können bereits erste Früchte geerntet werden.

Jatropha-Früchte und -Kerne (Foto Diligent)

Die Früchte sind giftig und im unreifen Zustand grün, danach gelb. Geerntet werden sie in ausgetrocknetem Zustand in der Trockenzeit. Jede Frucht besitzt 3 Kerne, die in einer Handpresse ausgepresst werden können. Dabei fällt bis zu ei­nem Drittel des Kerngewichtes als Öl an. Dieses kann in warmen Ländern ohne weitere Be­handlung wie Dieselöl mit 60 Oktan-Qualität eingesetzt werden (Rapsöl hat im Vergleich dazu nur 40 Oktan-Qualität). Es darf jedoch kein moderner Ein­spritz-Die­selmotor sein, sondern es muss ein Dieselmotor mit Vorkammer für die Zerstäu­bung sein. Solche (Lister-) Motoren gibt es noch häufig in ghanaischen Dörfern. Sie dienen oft als Antrieb von kleinen Dorfmühlen. Die meisten dieser Motoren stammen noch aus der Kolonialzeit, was belegt, wie robust sie sind.
 
Mit dem Projekt Jatropha will ASS ausgesuchten Dorfgemeinschaften ermögli­chen, ca. 2'000 Büsche zu pflanzen, damit später deren Früchte geerntet werden können. Eine erste Pflanzung von 2'000 Büschen ist im März 2008 in Damongo im Nordwesten Gha­nas unter der Leitung des örtlichen Pfarrers William Dun-Dery angelegt worden.
 
 
ASS Jatrophapflanzung Damongo, 1 1/2 Jahre alt, mit Pfr. W. Dun-Dery
 
Weitere ca. 3-4'000 Büsche sind 2009 in Okwabena unweit ausserhalb Accra ge­pflanzt worden. Eine volle Ernte kann nach ca. 4-5 Jahren Wachstum erwartet werden. Das ausgepresste Öl (600 bis 1'200 Liter pro Saison nach etwa 5 Jahren, bei 4'000 Büschen) kann für Öllampen, für die Seifenproduktion oder zum Betrieb von Dieselmotoren verwendet werden. Im Jahr 2008 konnten aufgrund des da­mals fast unerschwinglich hohen Dieselpreises in Ghana diverse Dorfmühlen nur noch beschränkt oder gar nicht mehr betrieben werden.
 

Neben der Produktion von Dieselöl dient die Pflanze auch noch weiteren Zwecken. Sie kann in Heckenform engstehend (20-50 cm Abstand) gepflanzt werden. In die­ser Anordnung können etwas weniger Früchte geerntet werden. Dafür dient eine so gepflanzte Hecke als Schattenspender und als Windschutz. Sie dient aber auch als Sperre gegen den Zutritt von Ziegen und Kuhherden zum Schutz hochwertiger Kul­turen (Mais,, Soja, Hirse, etc.) vor Abfrass und Zertrampeln. In dieser Funktion dient Jatropha indirekt auch der Steigerung der Erntemengen.

Hecke aus jungen Jatropha-Büschen als Sperre gegen Tierzutritt

 Die Jatropha-Blätter sind ungeniessbar für Tie­re. Sie können, wie auch die ausgepressten Früchte kompostiert und als Bodenver­besserer eingesetzt werden. Es gibt Ansätze, die leicht toxischen Blätter für medi­zinische und allenfalls für kosmetische Zwecke einzusetzen.

 
Felix Jenny
01.04.2011
 
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